Donnerstag, 10. August 2017, Tag 36:

Da ich heute etwas früher wach war als Kathy ging ich ein wenig spazieren. Denn unser Rastplatz war gleichzeitig an den “Pebbles“, wieder eine Formation von Steinen. Auch wieder ein Ort der Aboriginal-Kultur, der allerdings hauptsächlich den Frauen vorbehalten war. Männer durften nur in Begleitung diesen Ort betreten. Sie waren aber nicht so besonders zum Anschauen. Es waren halt wieder runde Steine in der Gegend. Deswegen war der Spaziergang auch recht schnell wieder vorbei.

Kurz vorher sah ich aber noch einen großen Termiten-Hügel.  Diese begleiten uns schon seit einer ganzen Weile. Ihre Hügel sind sehr effektiv, sie sollen eine möglichst konstante Temperatur im Innern (Kern) halten, wo die Eier liegen.

Hier zitiere ich jetzt einfach mal Wikipedia :

Die australischen Arten Amitermes meridionalis und Amitermes laurensis bauen Hügel, die keine annähernd runde Form haben, sondern wie dünne, hohe Wände aussehen und von Norden nach Süden ausgerichtet sind. Der Zweck dieser Bauweise ist es, eine möglichst konstante Innentemperatur aufrechtzuerhalten. Wenn morgens die Sonne im Osten aufgeht, wird gleich eine große Oberfläche des Baus bestrahlt und er kann so nach der kalten Nacht wieder Wärme tanken. Mittags, wenn die Sonne senkrecht am Himmel steht, bietet das Nest der Strahlung eine minimale Oberfläche und es erhitzt sich nicht weiter. Abends dann, wenn die Sonne aus Richtung Westen scheint, bescheint sie wieder eine große Fläche und der Termitenhügel kann für die kalte Nacht noch einmal Wärme speichern.

Teilweise sind ganze Kolonien von ihnen neben der Straße. Manchmal sehen wir auch welche die angemalt worden sind oder ein T-Shirt an haben. Wer sich das mal anschauen will, klicke diesen Link , weil wir leider keine Bilder davon haben. In dem Artikel steht auch, dass keiner so genau weiß warum das gemacht wird. Es gibt Theorien: „Wenn einer anfängt, machen es andere nach.“ oder “ Um einfach ein bisschen Abwechslung in den faden Autobahn-Blick zu bekommen.“

Als ich wieder zurück kam, war das deutsche Pärchen schon fast fertig zur Abfahrt. Sie erzählten mir noch, dass ihre Nacht im Dachzelt recht kalt war und sie sich jetzt schon auf den wärmeren Norden freuen. Wir verabschiedeten uns und sehen uns bestimmt bald wieder, da wir die gleiche Reise-Route haben.

Beim Frühstück unterhielten wir uns mit einem Rentner mit dem Caravan der neben uns parkte. Er und seine Frau kommen jedes Jahr her. Sobald es in Adelaide, ihrer Heimat, zu kalt wird, fahren sie so lange in den Norden bis es zu Hause wieder warm genug für sie ist. Cool!

Von ihnen erfuhren wir wieder einmal einige Reiseziele. So sollten wir unbedingt in Mataranka stehen bleiben. Dort gibt’s Thermalquellen wo man gratis sich drin entspannen kann. Die Kleine liegt auf einem Campingplatz, davon sollen wir uns aber nicht abhalten lassen, sondern einfach drauf fahren und in die Quelle springen. Außerdem sollen wir uns in Katherine unbedingt ein Kanu ausborgen und im selbigen Fluss schwimmen gehen.

Wir bedankten uns für die tollen Tipps. Ein wenig später fuhren wir dann auch los, wieder als die Letzten, aber wir haben keinen Stress! Unser erstes Ziel hatten wir ja so eben erfahren!

So legten wir knappe 560km zurück und kamen kurz vor Einbruch der Dunkelheit in Mataranka an. Wir suchten nach einem Campingplatz und wurden im nahe gelegenen Elsey Nationalpark fündig. Dort angekommen, konnten wir auch zum erstmal das Briefkasten-Bezahl-System selbst nutzen. Wir nahmen einen Umschlag, füllten den Bogen aus, gaben18 Dollar mit hinein und steckten den Umschlag in den Schlitz. Einchecken erledigt!

Wir stellten uns auf einen Parkplatz, neben uns standen Franzosen mit ihren Fahrzeug und französischen Kennzeichen. Ich unterhielt mich mit dem Rentner, der mir erzählte, dass er den Land Rover selber gebaut hat und unbedingt mit ihm in Australien fahren wollte. Das ließ er sich auch gerne 5000 Dollar für die Überfahrt und nochmal 3000 Dollar für die Genehmigung, dass er mit seinem Rechtslenker im australischen Links-Verkehr fahren darf, kosten.

Dann übermannte uns die Müdigkeit. Den ganzen Tag fahren und das bei der Hitze macht einen doch ganz schön kaputt. So holten wir erst einmal unsere Luftmatratze heraus und ruhten uns ein wenig aus. Es war herrlich einfach in der schönen Natur zu liegen. Um uns herum flogen die Vögel, u.a. auch Kakadus. Von unser Luftmatratze konnten wir später herrlich die Sterne beobachten. Doch irgendwann meldet sich doch der Hunger.

Wir zündeten unser Feuer an mit dem Holz was wir wieder kurz vorher gesammelt hatten. Auch hier hatten wir wieder eine Feuerschale (hier mal ein Bild wie sowas ausschaut, leider haben wir wieder kein eigenes) mit Vorrichtungen zum kochen und grillen. Mittlerweile brauchen wir das Feuer mehr zum Essen machen als zum Wärmen in der Nacht. Es ist so schön endlich abends draußen sitzen zu können ohne dabei extra was anziehen zu müssen. Nur mit der Wärme kommen auch die Mücken, die sind bekanntermaßen lästig….

Während des Essen hörten wir wieder Geraschel ziemlich nah bei uns im Wald. Ab und zu auch mal ein Geräusch aus der Ferne, das entfernt wie ein Esel klang. Denn auch während wir in den Nationalpark eingefahren sind, haben wir zahlreichen Kot auf und neben der Straße gesehen der genau dazu passend wäre. Bis zum Schluss haben wir nicht heraus bekommen ob oder was es war. Geschweige einen Esel gesehen.

Ich ging nach dem Essen zu den Duschen, die werden angeblich nur mit Solarenergie betrieben, daher empfehlen sie idealer Weise Mittags oder Nachmittags zu duschen. Schauen wir mal! Im schlimmsten Fall wird es eine Katzenwäsche. 😝 Doch es war richtig heiß und ich musste sogar das kalte Wasser mit aufdrehen! Und das nachts um 22 Uhr. Ich war erstaunt.

Auf dem Rückweg bemerkte ich jedoch einen Gastank, der mir vorher nicht aufgefallen war. Ich vermute, dass der doch bei Bedarf zu geschaltet wird. Für was soll er sonst da sein?! Es gibt weder eine Küche noch etwas wo man eine Heizung benötigt.

Aber das war nicht das einzige was mir auffiel. Immer wenn ich mit meiner Stirnlampe wo hin leuchtete, reflektiert hier und da was, wie von einer Glasscherbe. Ich sah mir das näher an…. und….. machte einen riesigen Satz nach hinten! Vor mir saß eine gut Hand große Spinne ganz ruhig im Laub und wartete auf Beute. Später habe ich dann nachgeschaut, dabei handelt es sich um einen Vertreter der Wolfsspinne, die zwar giftig sind, aber nicht für den Menschen und das Exemplar was ich gesehen hab, war nicht mal annähernd die Größte von ihnen…. Einmal darauf aufmerksam gemacht, sah ich sie überall, das waren schon echt viele.

Kathy hatte es sich schon im Auto gemütlich gemacht und da gesellte ich mich gerne zu. Nach wenigen Seiten lesen, waren wir dann auch bald eingeschlafen.